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 Luxemburg

Reise nach Luxemburg

Reisebericht über den Jahresausflug der Seniorenturngruppe

des 1. FC Bühne   vom 17. – 20. Aug. 2017 nach Luxemburg.

Teilnehmer dieser Fahrt mit einem Kleinbus waren:

Karl Nagel, Erhard Fischer, Helmut Klare, Hermann Gabriel, W. Waldeyer, Klaus Pieper, Wilhelm Ortmann, Johannes Timmermann und Klaus Heinemann.

Wir fuhren in Bühne über die Autobahn in Richtung Koblenz über Montabaur/ Westerwald.

In Montabaur zeigte uns Karl Nagel den Bahnhof. Unterhalb große Ladenflächen und bis auf ein kleines Reisezentrum, alles leer.

Lange Treppen, oben Bahnsteige, zehngleisig und mittig die Schnellfahrstrecke auf der mit ICE-Zügen bis zu 350 km/h gefahren werden. Uns beeindruckten die ICE`s, die ungebremst und tosend durchrauschten und im anschließenden Tunnel verschwanden.

Bis auf uns waren die Bahnsteige menschenleer. Aber wir konnten uns die Betriebsamkeit der Berufspendler morgens vorstellen. Der riesige Bahnhofparkplatz war überfüllt und zugeparkt. So gewannen wir einen Eindruck der Berufstätigen die einen Parkplatz suchen, den Zug erreichen müssen , im Gegensatz zu unserem verhältnismässig geruhsamen Leben daheim.

Die UNESCO Weltkulturstätte „Festung Ehrenbreitstein“ erreichten wir gegen Mittag.. Hoch über dem Rhein gelegen, enorme Festungsanlagen, mit wiederkehrenden starken und hohen Mauern, Schießscharten, Gängen und Verliesen. Eine Festung an dieser Stelle wurde bereits im frühen Mittelalter errichtet und nach den napoleonischen Kriegen durch die preußische Militärmacht erheblich erweitert und ausgebaut. Eine Demonstration der Stärke gegenüber dem Erzfeind Frankreich.

Heute ein Besuchermagnet und ein Anziehungspunkt auch wegen der einmaligen Aussicht über die Stadt Koblenz, Rhein und Mosel. Alles unter dem Begriff „Die Wacht am Rhein“, wachsam sein gegenüber Frankreich.

Mit der Seilbahn ging es dann über den Rhein schwebend nach Koblenz und zu Fuß zum Nationaldenkmal „Deutschen Eck“ wo Rhein und Mosel sich verbinden. Das Denkmal „Kaiser Wilhelms I“ prägt diesen Ort. Auch hier, am Rand des preußischen Staatsgebiets, zeigt dieses Denkmal die siegreiche Pose des Kaisers über den Sieg gegen Frankreich 1870/1871.

Nach einem Rundgang über die hist. Altstadt von Koblenz fuhren wir zu unserem Hotel in Minden an der Sauer, direkt an der Landesgrenze zu Luxemburg. Nach dem Abendessen machten wir einen Spaziergang über eine Fußgängerbrücke der Sauer nach dem am anderen Ufer gelegenen Ort Steinheim in Luxemburg.

Nach guter Nacht und Frühstück ging es am Morgen, gegen 09.00 Uhr, in das 5 km entfernte luxemburgische Städtchen Echternach. Nicht die Stadt selbst war an diesem Vormittag das Ziel, sondern der Aufstieg durch das „MüllerTal“ in die sog. „Luxemburger Schweiz“.

Ein steiler Aufstieg in die Fels/Bergregion bis auf eine Höhe von 375 m. Der   rd. 7 km lange Weg dauerte gut 3 Std. Wir haben hierbei beeindruckende Felsformationen mit Steilwänden bis zu 50 m durchwandert und Höhen und Tiefen in der Landschaft überwunden.

Einige Regenschauer konnten unsere Eindrücke nicht schmälern. Denn bei entsprechender Kleidung macht jedes Wandern spaß. Am Mittag erreichten wir nach schweißtreibenden Aufstieg den Ort Berdorf.

Weiter ging es zu einem besonderen Bauwerk, einem vor etwa

10 Jahren errichteten 50 m hohen Wasserturm mit 500 cbm Inhalt, mit Fahrstuhl und Aussichtsplattform. Wassertürme haben in diesem Landesteil eine besondere Bedeutung, da die höher gelegenen Orte benötigen zur Wasserversorgung einen ausreichenden Leitungsdruck. Dieser Turm gibt eine Rundumsicht über das Land und thematisiert die Wasserversorgung. Eine Bildergalerie informiert über den Krieg 1944/45. Hier tobte die Ardennenschlacht, die das Land weitgehend zerstörte.

Danach sind wir die 5 km bis zum Hotel zurückgefahren und haben im Haus den von Willi Ortmann gestifteten Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. Nach einer Ruhepause fuhren wir erneut nach Echternach um die Stadt zu erkunden. Die Stadt hat ca. 6000 Ew. und und weist viele historische Besonderheiten auf. Mittelpunkt ist eine Klosteranlage, aufgelöst 1803, aber bleibend die spätromanische Klosterkirche mit dem Grab des hl. Willibrod. Willibrod Lehrmeister und Ziehvater des hl. Bonifatius hat hier gewirkt und gelebt und das Land in dieser Zeit um 750 geprägt. Die Krypta im karolingischen Baustil, wie Corvey, ist die Grablege des Heiligen.

Am Morgen des 3. Tages fuhren wir zur Landeshauptstadt Luxemburg mit ihren Kasematten als UNESCO Weltkulturerbe.  Die Stadt weist von der Geologie, 2 getrennte Formationen auf, die Oberstadt auf einem weitgehend ebenen Plateau und sog. „Unterstadt“, die unterhalb der Kasematten und steiler, 70 m abfallender Felsen liegt. Daneben die 3. prägende Ansicht und zwar das ca. 5 km entfernte „Europaviertel“ mit den gläsernen Hochhäusern etc. Nach einem Stadtbrand im 16. Jahrhundert wurde von der Stadtregierung verfügt, dass keine Fachwerkbauten mehr errichtet werden durften, so dass jetzt der gesamte Stadtkern aus. Sandsteingebäuden besteht, was auffallend ist und eine Besonderheit darstellt. Wie viele mittelalterliche Städte, so ist auch Luxemburg Mittelpunkt klösterlichen Lebens gewesen. Die Domkirche war s.Zt. das Zentrum der Jesuiten in der Stadt. Die vorhandenen Bauten, die Kirche usw. sind heute in den Dom integriert. Daneben bestand bis zur Säkularisation, im Tal der Unterstadt, ein Dominikanerkloster mit weitläufigen Klostergebäuden. Bis auf die Kirche wird die weitläufige Klosteranlage von staatlichen Institutionen genutzt.

Das Land Luxemburg wurde in der Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Spielball zwischen den Großmächten politisch hin und her

geschoben. Die Eigenständigkeit und volle Unabhängigkeit von den Niederlanden, Spanien etc. erlangte Luxemburg Mitte des 19. Jahrhunderts und genießt heute einen hervorragenden Ruf als vermittelnde und ausgleichende Stimme innerhalb der europ. Staatengemeinschaft.

Das zeigt sich auch durch die zentrale Ansammlung europäischer Behörden und Einrichtungen in dem erwähnten „Europaviertel“ Neben dem Europ. Gerichtshof , den europ. Behörden, haben sich Großbanken angesiedelt. Luxemburg hat kaum Industrie, so dass Dienstleistungen und das Finanzwesen den Staat prägen und das Einkommen sichern.   Bei einer Einwohnerzahl von 600.000 sind   400.000 Arbeitsplätze vorhanden, die natürlich zu 75 % von ausl. Pendlern besetzt werden. Allein 103.000 Portugiesen, Franzosen, Deutsche. Wohnraum in der Stadt ist knapp und teuer. Deshalb wird das Umland, auch Deutschland als Wohn- und Schlafstätte genutzt.

Weit über 100 Nationalitäten sind in Luxemburg heimisch.Dieses zeigt die Toleranz und Bestreben eines Miteinanders unter den verschiedenen Landsleuten.

Wir sind mit durch das sog. Europaviertel gefahren und konnten diesen Stadtbereich sehen.

Die Rückfahrt führte uns zur Saarschleife, ein Geotop von bewundernswerter Schönheit und an die Mosel.

Der 4. Tag, Tag der Rückfahrt führte uns zur Stadt Trier, in etwa 40 km Entfernung. Wir parkten in der Nähe der Porta Nigra, römische Stadtbefestigung, Stadttor aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Von dort ging es zu Fuß Richtung Dom. Wir hatten Gelegenheit um 10.00 Uhr an einer Messe im Dom teilzunehmen.

Anschließend eine kleine Stadtrundfahrt mit einem Touristenzug. Und wurden über die Historie der Stadt durch Tonband informiert.

Die 2000 jährige Stadt war römische Garnisonsstadt und weit über 100 Jahre Mittelpunkt römischen Lebens.

Ein weiterer historischer Ort aus römischer Zeit ist die heutige ev. Erlöserkirche, in der wir unsere Ruhe fanden.

Weitere Zeugnisse römischen Lebens sind u.a. der Dom, die Kaiserthermen usw.

Das gesamte Rheinland über Köln, Xanten war römisches Territorium.

Der Dom wurde auf römischen Mauern gebaut.. Er wurde in den Jahrhunderten erweitert und zeigt die bauliche Vielfalt. Die Kaiserthermen und das Forum sind Zeichen der Wohlstands und des auf Dauer angelegten Wohnens und Lebens in der Stadt.  

Heute sind die Mosel, der Weinbau und der Tourismus die tragenden Säulen des Trierer Landes. Nach einem Stadtrundgang, Gang über eine Moselbrücke und einem geselligen Abschluß am Moselufer mit Wein und Brezen, startete unsere Rückfahrt in Richtung Heimat.

Nach einer zügigen Fahrt über verschiedene Autobahnen erreichten wir unsere Heimat gegen 20.00 Uhr. Dank der guten Vorbereitung durch Erhard Fischer und besonderer Dank den Fahrern Johannes Timmermann, Klaus Heinemann und Wilh. Ortmann.

Es war eine schöne Fahrt     Willi     22.8.2017